Glück und Leid für Budokwai
Auch in diesem Jahr fuhr der Budokwai Schwäbisch Hall mit 3 Kämpfern zum weltgrößten Ju-Jutsu-Turnier, den German Open, nach Hanau. Für Philipp und Franziska Deigner ging es noch um die Qualifikation zur Junioren-Weltmeisterschaft Ende November in Athen, für Dardan Plana war es der erste Wettkampf überhaupt.
Am Profitag starteten Franziska und Philipp Deigner.
Franziska startete in der Klasse U21 bis 62kg. Hier startete die Bundeskaderathletin stark und konnte Wendy Driesen aus Belgien noch klar besiegen. Im 2. Kampf war die Gegnerin ihre alte Bekannte aus dem Bundeskader, Marina Brandstetter. Die Athletin vom Budokwai Schwäbisch Hall hatte Brandstetter in den letzten Kämpfen in diesem Jahr immer sicher im Griff., doch diesmal war der Druck wohl doch zu groß, denn Franziska konnte den Kampf zwar offen gestalten, wirkte aber verkrampft und wurde zum Ende des Kampfes doch noch von ihrer Gegnerin ausgekontert und verlor. In der Trostrunde gegen Mahalia Slater aus Österreich lief alles nach Plan und es konnte ein klarer Sieg eingefahren werden. Durch zwei zwischenzeitliche Niederlagen von Brandstetter war nun klar, dass Franziska, wenn Sie im nächsten Kampf gewinnen würde, die Qualifikation zur WM geschafft sein müsste. In diesem entscheidenden Kampf traf Sie auf Chiara Forte aus Italien. In einem an Spannung kaum zu überbietenden Kampf, in dem die Führung ständig wechselte wurde am Ende der Kampfzeit von 3 Minuten ein 10 zu 10 an der Wertungstafel angezeigt. Nun mussten die Kampfrichter die Unterbewertungen auswerten und erklärten Chiara Forte zur Siegerin.
Für Philipp, der in der Königsklasse an den Start ging, U18 bis 66kg, wurde es ein langer harter Tag. Mit 38 Kämpfern aus 10 Ländern war dies die größte und sicher auch die best besetzte Klasse des gesamten Turniers. Der Bundeskaderathlet sollte in dieser Klasse erstmals vom Bundestrainer Steffen Heckele durch den Wettkampf betreut werden. Durch eine kurze Verwirrung zu Beginn der Veranstaltung stand er im ersten Kampf noch ohne Betreuung auf der Matte. Mateusz Sporys aus Polen war sein Gegner, der zudem ein sehr starker Judo Kämpfer ist. Etwas verwirrt ohne Betreuer auf der Matte zu stehen wurde der Kämpfer vom Budokwai Schwäbisch Hall prompt in den Judotechniken ausgekonntert und im Boden gehalten. In den Schlagtechniken holte Philipp im Verlauf des Kampfes mit hohem Risiko wieder auf, zog punktemäßig wieder an seinem Gegner vorbei, wurde aber in der zweiten Kampfhälfte doch noch von seinem Gegner getroffen und verlor durch Full Ippon diesen Kampf. In der Trostrunde wurde er nun komplett von Andy Kuhl, dem erfolgreichsten Ju-Jutsu Kämpfer aller Zeiten betreut, welchen er von zahlreichen Trainingslagern mit der Nationalmannschaft kannte. Hierbei stimmte es von Beginn an und Philipp konnte sich gegen sehr starke Gegner bis zum Kampf um Platz 3 vorkämpfen. Dort war sein Gegner Sergey Kovshirov aus Russland. Hier konnte er sich zu Beginn sofort eine kleine Führung durch harte präzise Schlagtechniken ausarbeiten. Im Verlauf des Kampfes wurde es noch einmal richtig eng und erst in der letzten Minute des Kampfes drehte sich das Blatt. Philipp wurde durch eine verbotene Technik so hart am Kopf getroffen, dass es die komplette Verletzungszeit benötigte um zu entscheiden, ob er den Kampf überhaupt fortsetzen kann. Kovshirov bekam für seine verbotene Technik eine Bestrafung und Philipp hatte dadurch wieder eine kleine Führung. Doch nach diesem Schlag lief nichts mehr zusammen und er verlor noch unglücklich diesen Kampf. Somit endete für ihn der Wettkampftag nach fast 7 Stunden.
Dardan Plana traf bei seinem ersten Wettkampf auf sechs Gegner in seiner Gewichtsklasse, die in einem Doppelpool ausgekämpft wurde. Sein erster Kampf gegen Anton Maininger aus Hessen wurde zu viel zu hart und verbissen von beiden geführt, so dass es viele Bestrafungen und am Ende zur Disqualifikation von Anton Maininger kam. Nach dem Kampf wurde sein Coach Uwe Deigner von den Kampfrichtern zurechtgewiesen, dass bei einer weiteren solchen Kampfführung auch Dardan aus dem Wettkampf genommen werden würde. Hier waren dann klare Worte vom Trainer an den Athleten von Nöten. Die neue taktische Ausrichtung erwies sich im zweiten Kampf als goldrichtig. Dardan musste kaum Treffer einstecken, konnte aber durch schnelle Angriffe eine rasche Führung gegen Emil Middelboe aus Dänemark aufbauen. In den Wurf und Bodentechniken schenkten sich die zwei nichts, so dass am Ende ein sauberer Sieg und der Gruppensieg vollbracht waren. Damit war Dardan fürs Finale qualifiziert und traf dort auf Damiano D´aleo, welcher die erste Gruppe klar gewonnen hatte. In diesem Kampf wurden die Grenzen eines Einsteigers gegen einen schon etwas erfahrenen Kämpfer deutlich. Damiano D´aleo kämpfte sehr abgeklärt und abwartend, um im richtigen Moment seine Akzente zu setzen. Die ersten Schlagtechniken konnten sehr ausgeglichen von Dardan gestaltet werden, aber schon bei den ersten Wurftechniken wurde er ausgekontert und mit einem Ausheber zu Boden gebracht. Hier war Damiano D´Aleo so geschickt, dass Dardan direkt in eine Haltetechnik geriet und sich aus dieser nicht mehr befreien konnte. Im weiteren Verlauf konzentrierte sich sein Gegner nur noch auf die Schlagtechniken, was ihm dann auch noch gelang. Dies bedeutete einen Fullipponsieg für Damiano D´aleo aber einen hervorragenden 2. Platz für Dardan Plana.






