Was ist Bujinkan Budo Taijutsu?

Das Bujinkan (Halle des göttlichen Kriegers) vereint 9 unterschiedliche historische, japanische Kampfkünste. Sie werden heute von dem Grossmeister Dr. Masaaki Hatsumi in der 34. Generation gelehrt. Es handelt sich hierbei um 6 Samurai- und 3 Ninja-Schulen, welche zwischen dem 11. und 16. Jahrhundert in Japan entstanden. Jede einzelne dieser Schulen (Ryu) besitzt ihre eigene Charakteristika.

Das Tai-Jutsu, die waffenlose Selbstverteidigung bildet die Grundlage bestehend aus:

  • Taihenjutsu - Ausweichbewegungen, Roll und Falltechniken
  • Dakentaijutsu - Schlag und Tritttechniken
  • Jutaijutsu - Hebel und Wurftechniken

Kombiniert wird dieses Training mit altjapanischen Waffen wie zum Beispiel:

Kenjutsu - Schwert, Sojutsu (Yari) - Speer, Bojutsu - Langstock, Kenjutsu - Schwert, Naginata - Helebarde, Nawajutsu - Seil, Tantojutsu - Messer, etc.

Die neun Ryu

Ryu bedeutet Schule oder Stilrichtung. Im Bujinkan werden 9 Ryu vereint und gelehrt, die sich über die Feudalzeit in Japan entwickelt haben.

Mit wachsender Erfahrung lernt man die unterschiedlichen Spezialitäten der verschiedenen Schulen kennen. Angefangen wird meist mit dem Gyokko Ryu als Basis-Schule.

Übersicht der 9 Schulen

Gyokko Ryu Samurai-Schule Schule des mit Juwelentigers
Kyokushin Ryu Ninja-Schule Schule des Juwelenherzen
Togakure Ryu Ninja-Schule Schule der verborgenen Tür
Kumogakure Ryu Ninja-Schule Schule der verborgenen Wolke
Shinden Fudo Ryu Samurai-Schule Schule des unbewegten Herzens
Kukishinden Ryu Samurai-Schule Schule der 9 Dämonengötter
Koto Ryu Samurai-Schule Den Tiger niederschlagen-Schule
Takagi Yoshin Ryu Samurai-Schule Hoher-Baum-Weide-Geist-Schule
Gikan Ryu Samurai-Schule Schule der Wahrheit, Treue und Gerechtigkeit

Training im Bujinkan Genshin Dojo

Mit Beginn des Trainings lernt der Schüler die Basistechniken kennen. Er erlernt Roll- und Falltechniken sowie Ausweichtechniken zum Selbstschutz, grundlegende Schlag, Tritt, Block und Hebeltechniken sowie den Umgang mit altjapanischen Waffen- meist in einem unserer Anfängerkurse. Es kann aber auch unter dem Jahr quereingestiegen werden. Im Laufe der Zeit lernen die Schüler auch die unterschiedlichen Schulen kennen. Aber auch die mentalen, philosophischen, historischen und traditionellen Aspekte dieser Kampfkunst kommen hier nicht zu kurz.

Kampfsport vs. Kampfkunst

Es handelt sich hierbei um keinen KampfSPORT oder neu erschaffenes System, sondern um Kriegskünste die zwischen dem 11. und 16. Jahrhundert in Japan entstanden. Mit Beginn der Meiji Periode (um 1868) und der erzwungenen Öffnung Japans durch äußere Einflüsse begann eine rasche Veränderung nach Vorbild der westlichen Handelsmächte. Gleichzeitig wurden auch die alten Kampfkünste der Samurai als unzeitgemäß angesehen. Die alten Techniken wurden dem neuen Zeitgeist angepasst und hieraus entwickelten sich dann sogenannte Kampfsportarten wie Judo oder Karate etc.

Bei uns können also keine Pokale oder Wettkämpfe gewonnen werden.

Trainingszeiten:

Die Trainingszeiten sind im Trainingsplan des Budokwai zu finden.

Trainer:

Hier findet ihr Informationen zu unseren Trainern.

Der jährliche Anfängerkurs wird von einem unserer Nachwuchsschüler geleitet.

Teilnahme am Training ab 16 Jahren.

Interessierte sind jederzeit ohne Voranmeldung willkommen.

Bujinkan Genshin Dojo

Unser Dojo ist bei  der japanischen Bugei-Gesellschaft eingetragen.  Vom  Bushido-Shinto-Schrein in Kyoto haben wir den Namen Bujinkan Genshin Dojo bekommen, unter dem wir in Japan geführt werden.

Genshin bedeutet schwarzer Wald. 

Gen bedeutet schwarz, aber nicht die Farbe. Gen ist der Ursprung, oder wo alles begann, original.

"The Echo in the Black Forest is the melody of practice and discipline Caused by the Samurai sword"

"To practice in the Black Forest means you are aiming for the truth of bugei, because it is Not for Show"

Shin bedeutet Wald, aber eben auch Herz und Geist, so dass die Übersetzung "Schwarzer Wald" in altjapanisch geschrieben für jeden ersichtlich "ursprüngliches Herz" heißt.

https://www.facebook.com/BujinkanDojoSchabischHallEv

 

 

Graduierungen im Bujinkan

Im Bujinkan gibt es kein international geltendes Prüfungsprogramm. In jedem Dojo wird nach dem Ermessen der Lehrer geprüft. 

Graduiert wird je nach Reifegad des Schülers, sowohl technisch als auch geistig. Es gibt Kyū-Grade und Dan-Grade. Kyū-Grade sind die Schülergraduierungen. Sie werden von 10 rückwärts bis 1 gezählt. Der 9te Kyū ist die unterste Graduierung, der 1ste Kyū die oberste in der Schülerklasse. Die weiterführende Graduierung, die Dan-Grade werden von 1 nach 10 gezählt. Offiziell gibt es 10 Dan-Grade. Allerdings wurde für die höchsten Danträger noch eine weitere Unterteilung vorgenommen - Chi=Erde, Sui=Wasser, Ka=Feuer, Fu=Wind, Ku=Leere. Somit gibt es inoffiziell 15 Dan-Grade.

Die Dan-Graduierungen sind in 3 Gruppen geteilt

1.-5. Dan --> Ten (Himmel)

5.-10. Dan --> Chi (Erde)

11.-15. Dan --> Jin (Mensch)

In den Schülergraduierungen erlernen die Schüler die Grundlagen und Grundtechniken.

Die Graduierung zum 5. Dan wird in Japan von Soke Hatsumi persönlich abgenommen.

Männer erhalten mit der ersten bestandenen Prüfung einen grünen Gürtel, Frauen einen roten. Die Dan-Träger haben schwarze Gürtel. Im Grunde liegt der Zweck eines Gürtels aber darin, die Jacke zuzubinden und die Hose zu halten. 

Kunoichi - weibliche Ninja

Kunoichi

Logo der Kunoichi im Bujinkan

Neko-Te

Die meisten in unserer Gesellschaft denken bei Ninja an bösartige, schwarz gekleidete Männer, die sich im Schatten verstecken und dann plötzlich aus dem Nichts auftauchen. Allerdings waren und sind nicht alle Ninja böse und männlich, und nicht alle verstecken sich im Schatten.

Kunoichi - weibliche Ninja - waren und sind ein wichtiger Bestandteil im Ninjutsu.

1961 wurde Mochizuki Chiyome vom Onkel ihres verstorbenen Mannes, Daimyo Takeda, gebeten, junge Frauen als Kunoichi Agenten für seinen Clan auszubilden. Dafür nie nahm junge, alleingelassene oder weggelaufene Mädchen bei sich auf. Die Mädchen lernten die Gepflogenheiten einer Miko (Priesterin) sowie psychologische und strategische Prinzipien der Kriegsführung. Als Miko konnten sie problemlos durch ganz Japan reisen und hatten Zutritt zu vielen, sonst schwer zugänglichen, Pätzen. So war es ein leichtes für sie, mit den Clan-Spionen Kontakt aufzunehmen und Informationen zu tauschen, ohne aufzufallen. Somit war ihre Tarnung perfekt für die Informationsbeschaffung.

Kunoichi früher und heute

Die frühen Kunoichis waren meist Spione zur Informationsbeschaffung oder Beobachtung. Das Training war eher auf psychologische Techniken fokusiert wie Manipulation, Nutzung des weiblichen Charms, Intuition, Verkleidung, Tanz und Singen, Teezeremonien und Gifte. Sie wurden gelehrt mit den Gefühlen anderer zu spielen und sie zu ihrem Vorteil zu nutzen, ebenso wie ihre eigenen Gefühle unter Kontrolle zu halten. Dabei war Schönheit auch eine ihrer wervollsten - und tötlichsten - Waffen. Das Training der Kunoichi basierte auf Überraschungstaktiken und versteckten Waffen. Die favorisierte Waffe war die neko-te (Katzenhand) - starke Eisennägel, die mit einem Lederband an den Fingern befestigt wurden, teilweise auch mit Gift versetzt. Ansonsten waren es eher kleine Waffen, die leicht zu verstecken waren wie zum Beispiel kleine Messer in den Ärmeln oder im Gürtel, (vergiftete) Haarnadeln, Fächer. Waffen wurden teilweise auch in Musikinstrumenten versteckt um sie unbemerkt in ein Gebäude zu schmuggeln. 

Ein Sprichwort aus dem feudalen Japan lautet: "Es gibt keine Burg, die gut genug bewacht ist, dass eine Kunoichi nicht hinein gelangen kann."

Anders, als die männlichen Shinobi, die versuchten ungesehen in eine Burg einzudringen, nahmen Kunoichi sich Zeit, erschlichen sich das Vertrauen der Zielobjekte und wurden so oft Teil von deren Haushalt. So konnten sie problemlos Informationen sammel und bei Bedarf überraschend zuschlagen.

Hatsumi-Sensei sagte einmal, dass die weiblichen Ninja (Kunoichi) als Teil von kamae no sui (Wasser) eingestuft werden. [...] Wie ein Ozean würden sie zurückweichen, nur um wie eine Welle bei Flut zurück zu kommen, auf unerwartete Weise und mit voller Wucht.

Im Mittelalter wurde die Ausbildung der Kunoichi der männlichen angepasst. Kunoichi erhielten die Grundausbildung des Ninjutsu mit Konzentration auf den Nahmkampf.

In der heutigen Zeit lernen Männer und Frauen gleichermaßen die verschiedenen Techniken der überlieferten Schulen. Die psychologischen und intuitiven Themen werden aber auch heute noch gelehrt. Hier liegt der Fokus oft darauf, die Techniken im natürlichen Fluss und ohne Kraftaufwand durchzuführen. Die Effektivität der richtig ausgeführten Technik wird hierbei der Muskelkraft vorgezogen. Sobald Muskelkraft (fast) keine Rolle mehr in der einzelnen Technik spielt, können auch Frauen diese gegen große und schwere Gegner sehr effektiv einsetzen.

Damals wie heute gilt: Eine Kunoichi verschwendet niemals Zeit oder Energie in einer Kapfsituation. Ebenso ist die Kunoichi niemals ein Opfer, auch wenn sie nach außen schwach und hilflos erscheint.

Woher stammt die Bezeichnung "Kunoichi"?

Darüber gibt es verschiedene Theorien. Die verbreitetste ist wohl die Ableitung von "onna" (女), japanisch für Frau. Dabei wird "ku" in Hiragana (く) - "no" in Katakana (ノ) - "ichi" in Kanji (一) geschrieben. Setzt man die Zeichen zusammen, erhält man das Kanji für Frau ("onna" = 女).

Eine weitere Theorie besagt, Kunoichi bedeutet "eine Person mit 9 Fähigkeiten": 九能一. Die Ableitung besteht dabei aus der japanischen Zahl 9 "ku" (九), aus dem "nō" (能 ) für Talent/Fähigkeit und der Zahl 1 "ichi" (一). Eine genaue Liste dieser 9 Fähigkeiten gibt es allerdings nicht.

Warum tragen manche Frauen im Bujinkan lila?

In manchen Dojos tragen die Frauen einen lilanen Gi. Oft kommt daher die Frage auf, warum lila und woher kommt das? Auch hierzu gibt es verschiedene Erzählungen.

Die einen sagen, in den 1970ern wählte Hatsumi Mariko (Sokes Frau) die Farben lila (Gi) und rot (Obi), weil sie der Meinung war, Frauen sehen in schwarz zu blass aus. Die Farbe lila sollte weiblicher sein. Dazu passte das Grün der Gürtel dann nicht mehr und sie entschied sich für rot.

Andere wiederum meinen, dass Hatsumi Mariko die Farbe gewählt hat, da lila auch alltagstauglich ist. In lila fällt die Kunoichi nicht sonderlich auf und kann sich ohne Aufsehen durch die Straßen bewegen.

Ebenfalls bedeutet lila im japanischen auch Wohlstand oder Glück und wird teilweise auch damit verbunden.

Fakt jedoch ist, jeder Dojoleiter bestimmt selbst, was für Farben getragen werden. Denn manchmal trifft man auch auf Frauen mit Kyuu-Graduierungen, die einen grünen Gürtel tragen.