Muto Dori - „Mit Nichts fangen“

Vergangenes Wochenende (4. und 5. Februar) entschlossen sich drei unserer Budoka aus dem Schwäbisch Haller Genshin Dojo dazu, sich auf den weiten Weg nach Duisburg zu machen.

Gruppenfoto Tag 1

Gruppenfoto Tag 2

Ziel der Reise war das Bujinkan-Ryumon-Dojo, wo unter der Autorität von Tihomir Jovanovic und Andreas Schenk (beide 15. Dan) ein Seminar zum Jahresthema „Muto Dori“ stattfand.

In einer kleinen, beschaulichen, ja beinahe familiär anmutenden Gruppe interessierter Budoka konnten an beiden Tagen erfolgreich diverse Grundprinzipien des Muto Dori erarbeitet und erlernt werden, besonderes Augenmerk legten beide Shihan dabei auf das Taijutsu des Muto Dori.

Muto Dori bedeutet vage übersetzt „mit Nichts fangen“ und bezieht sich im technischen Sinne größtenteils auf die unbewaffnete Verteidigung gegen einen bewaffneten Angreifer.

Diese Techniken wurden der Gruppe anhand verschiedener Kata aus sechs der neun Schulen vermittelt, welche für Bujinkan stilgebend sind. Angefangen bei Shinden Fudo Ryu, Gyokko Ryu und Takagi Yoshin Ryu folgten am Sonntag noch Koto Ryu, Kukishinden Ryu und schließlich Togakure Ryu, wobei bei letzterer dann sprichwörtlich „die Fetzen flogen“.

Neben den rein prinzipiellen und technischen Aspekten des Muto Dori vermittelten beide Lehrer im weiteren Verlauf des Wochenendes aber auch mehr philosophische, um nicht zu sagen moralische Kernpunkte. Neben der Notwendigkeit, das eigene Sterben zu akzeptieren und stets die Achtsamkeit (Zanshin) zu wahren, sprach Shihan Schenk davon, dass man „das richtige Herz“ für die Ausübung der Techniken des Muto Dori benötigt, was er mit Entschlossenheit, der richtigen Intention und dem Befreien von Zweifel und Angst erklärte. Nur ein freier Geist hat überhaupt die Chance dazu, die tödliche Bedrohung, welche von einem bewaffneten Feind ausgeht, abzuwenden.

Jedoch wurde im Rahmen des Seminars nicht nur trainiert: ein gemeinsames Abendessen am Samstagabend ließ die Gruppe weiter zusammenrücken. Kontakte wurden geknüpft und Erfahrungen ausgetauscht. Für die dojoübergreifende Gastfreundschaft üblich, wurde allen weitgereisten Teilnehmern die Übernachtung im Duisburger Dojo angeboten, sodass sich schließlich ein ganzer Budoka fand, welcher dieses Angebot dankend wahrnahm. Allein in einem fremden Dojo, in einer fremden Stadt hatte dieser nun genug Gelegenheit auf der Matte noch einmal alles Gelernte zu wiederholen, sich in der Nacht mit den Dojo-Geistern gut zu stellen und am Morgen den Kaffee für seine Mitstreiter vorzubereiten.

Insgesamt können alle Teilnehmer auf ein gut organisiertes, interessant und differenziert gestaltetes Seminar zu einem sehr umfangreichen und tiefgehenden Thema des Bujinkan zurückblicken, aus welchem viele neue Eindrücke und Erfahrungen mitgenommen werden konnten.

Mit großer Sicherheit werden die Aspekte des Seminars ihren Weg in das zukünftige Training im Haller Dojo finden, sowie in das Taijutsu eines jeden Einzelnen.

Josh

 

*Die Bilder gehören Andreas Schenk und Tihomir Jovanovic

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